Höchster Kreisblatt 26.3.08


Der Abend der 1000 Saiten


Neuenhain. Altbewährtes und auch Neues gab es beim Frühjahrskonzert des Mandolinenorchesters Neuenhain zu hören. Der erste Teil des Konzerts wurde vorn Jugendorchester „MONsters" unter der Leitung von Christa Keller gestaltet. Zum einen spielte man „Evergreens" des Nachwuchsorchesters wie das Trio in G-Dur von Barbella, „Shakertown" von John Goodin, „Rumba Flamenca" von Dieter Kreidler und „Plucking Strings" von Julius Steffaro, die vor vielen Jahren schon einmal zum Programm der „MONsters" gehörten und auf Wunsch der älteren Spieler und zur Begeisterung des Publikums wieder aufgenommen wurden. Zum anderen brachte das Orchester einen barocken „Hit", den berühmten Kanon in D von Johann Pachelbel neuartig zu Ge hör Das spezielle Arrangement für Zupforchester wurde um eine E Gitarre ergänzt Als Zugabc wurde dem Publikum eine Showeinlage geboten: Der Saal verdunkelte sich, und zur Musik des Films „Star Wars betrat Darth Vader mit einem Lichtschwert den Raum.

Nach der Pause spielte das Mandolinenorchester Neuenhain mit seinem Dirigenten Helmut Oesterreich Zu Beginn stand Renaissancemusik: „Fantasie overo canzoni alla francese" von Andriano Banchieri Dieses abwechslungsreiche Werk besteht aus vier Fantasien, die sowohl tänzerische als auch ruhige Teile aufweisen die vorn Orchester sehr engagiert und stimmungsvoll dargeboten wurden. Die anschließende Sonate in C von Wolfgang Amadeus Mozart - ursprünglich für Klavier geschrieben - zeichnet sich durch eine virtuose Melodieführung in der ersten Stimme aus und war spieltechnisch höchst anspruchsvoll.

Einen harten Kontrast zu lieblichen Mozart-Tönen lieferte mit experimentellen Klangbildern das Stück „Acerca del cielo, el alte y la sonrisa" des Kubaners Leo Brouwer Dieses Stück spaltete die Zuhörerschaft wohl am meisten und führte nach dem Konzert zu kontroversen Diskussionen. Zuhörer, denen diese Musik zu avantgardistisch war, wurden mit spanischer Spätromantik - Sevilla von Isaac Albéniz - versöhnt. Es folgten die Tag- und Nachtstücke" von L. W. Hesse, das Pflichtstück für den Orchesterwettbewerb auf Bundesebene in Wuppertal im April. Den Landesausscheid hat das Orchester aus Neuenhain bereits gewonnen.

Beide Orchester des Mandolinenvereins verabschiedeten sich mit dem gemeinsam gespielten Libertango des Argentiniers Ástor Piazolla von ihrem begeisterten Publikum, das diese Zugabe dann gleich noch ein zweites Mal hören wollte.

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